Freitag, 21. Dezember 2012

Die Rebellin.

Ich höre nicht, was du mir mitteilst.
Deine Worte ziehen an mir vorbei,
drehen sich langsam in der Luft,
lösen sich gänzlich in ihre Grundbausteine auf.

Dein Gesicht verzieht sich wütend,
deine Mundwinkel tanzen im Rhythmus zu
deinen Buchstaben.
Deine Hände bewegen sich mit deinen
Sätzen, bringen deinen Zorn zum Ausdruck.

Zusammengekniffene Augen spiegeln deine
inneren Gefühle wieder.

Die Zeit tickt langsam und fassungslos an mir vorbei. 
Die Umgebung auf lautlos geschaltet,
versuche ich meinen Kopf zu sortieren.

Einatmen, ausatmen.
Ich zähle, bis du verstummst,
bis du mir zuhören wirst.

Der Wind weht um unsere Silhouetten,
verweht Haare und Schal in dieser
kalten Jahreszeit, die unseren Streit
perfekt unterstreicht.
Das Feuer in dir, die Erde in mir.

Zwing mich nicht, belehr mich nicht.

Ich höre dir nicht richtig zu.
Ich lausche nur deiner Stimme,
die sogar verärgert noch wunderschön
in meinen Ohren, meiner Seele klingt.
 Worte bedeuten nichts, nur deren Melodie
trägt mich von diesem Ort fort.

Leider vergeudest du deine Zeit,
verschwendet in jeder Hinsicht.
Meine Stimme ist lauter als deine,
überspielt jeglichen Willen deinerseits.
Die Rebellin in mir ist stärker und stösst
vermutlich noch öfters an deine Grenze.

1 Kommentar:

  1. Und wieder ein schönes Gedicht. ^^ Ich mag es, wie du beschreibst (show don't tell hast du wirklich verinnerlicht, bzw. liegt dir im Blut, was? ;))
    Meine Lieblingsstelle: "Die Umgebung auf lautlos geschaltet" - das erinnert mich daran, wie - wenn uns etwas wirklich bannt - der Rest der Welt nicht mehr da ist. Zumindest für einen kurzen Augenblick.

    Liebe Grüße
    Mischa

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