Sonntag, 17. November 2013

Arabesque I

Ein Lied aus wenigen Worten,
eine Melodie aus tausend Noten.
Ein Klang so hell und stimmlich,
Saiten, die das Herz mit ihrer Sprache berühren.
Was ich einst verlor, sollte wiedergefunden werden.



Vor Jahren wurde mein Königreich angegriffen, mit dem Ziel, das Volk darin zu vernichten und mich, die Königin, abzusetzen. Mir war bewusst, dass meine Feinde zahlreich und stark wären, aber nicht, dass sie meine monatelange Wehr schlussendlich doch durchbrechen würden. Ich hatte versagt als Königin, mein Volk zu beschützen. Ich hatte versagt, meinem Erbe weitere zweitausend glückliche und reiche Jahre zu ermöglichen.
Ich stand auf meinem Balkon, als die feindlichen Truppen jeden töteten, den sie auf ihrem Weg zum Schloss trafen. Ich hörte die Schreie und das Leid der Menschen, während sie grausam von den Schwertern umgebracht wurden. Ich spürte, es war vorbei. Alles, wofür ich gearbeitet hatte, wurde auf einmal zerstört; all die Jahre, die ich für die Zukunft des Reiches investiert hatte, auf einmal weg. Ich brach zusammen, unfähig, irgendetwas zu fühlen oder zu tun. Mich traf die Realität hart und kalt. Wie konnte das passieren? Wie konnte meine Armee durchbrochen werden?

Die Tür zu meinem Gemach brach auf, der König sich vor mir aufbauend und die Hand ausstreckend. "Ihr werdet meine Gemahlin!". Sein Anblick löste in mir einen Brechreiz aus und ich drehte den Kopf weg. Als hätte ich irgendeine Möglichkeit, mich ihm zu verwehren, musste ich meinem Schicksal in die Augen sehen. Ich werde jede Nacht mein Bett mit ihm teilen müssen, mit meinem Feind, der mein Volk auf grausame Art tötete, mich entehrte und mein Zuhause in seine Macht nahm. Ich würde für immer schweigen, solange bis ich sterben. So dachte ich zumindest. Doch es kam alles anders...

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